Rezept für einen Brief
Zutaten:
Papier und Umschlag
Füller
Tinte
Briefmarken
Mensch
optional: Dekoration
Zubereitung:
Je nach Dauer der Schreibpause beginne man mit einigen Schwing- und Schwungübungen und übe die eigene Unterschrift ein- bis dreimal. Die Feder sollte über das Papier gleiten und die Tinte sollte gleichmäßig und nicht zu üppig fließen. Der Fluss der Gedanken soll angeregt und nicht aufgehalten werden.
Man beginne mit einer kurzen Beschreibung der eigenen Situation, des Ortes, an dem man gerade schreibt, erwähne das Wetter, beschreibe Raum und Ambiente und erwähne die eigenen Tagesbefindlichkeit. Dann folgen einige Fragen an den Menschen, an den man schreibt nach Befinden, Gesundheit, Situation.
Es werden im Folgenden Neuigkeiten getauscht, es wird auf Fragen geantwortet, vertieft über die eigene Lage berichtet, Politik diskutiert, über Bücher, Filme, Serien, Konzerte erzählt, weitere diesbezügliche Fragen gestellt, die eigene Meinung geschärft und formuliert, die Meinungen des Anderen geschätzt, in Betracht gezogen und mit Argumenten bedacht, wenn dies angemessen oder notwendig erscheint. Anekdoten, Witze, die Beschreibung einer seltsamen Szene lockern auf und erweitern die gegenseitige Wahrnehmung.
Zum Schluss kommen Freundlichkeiten und Komplimente, gute Wünsche und die Hoffnung auf eine baldige Antwort.
Und dann wird gefaltet, eingetütet, frankiert und abgeschickt und auf den wunderbaren Moment des Antwortbriefes im eigene Briefkasten gewartet.